Zur Geschichte des Turnvereins Obersdorf-Rödgen

Geturnt wurde in Wilnsdorf-Obersdorf schon rund 10 Jahre vor der Gründung des TV Obersdorf-Rödgen. Als 1966 eine Turnhalle neben der Grundschule gebaut wurde, entstand in der „Ideenschmiede“ Lehrerzimmer der Gedanke, dieses neue Gebäude nicht nur vormittags für den Schulbetrieb in Anspruch zu nehmen, sondern es auch nachmittags sinnvoll zu nutzen.

Schulleiter Walter Breuksch und seine junge Grundschullehrerin Helga Althaus boten infolgedessen schon bald darauf Turnen in je einer Gruppe für Männer und Frauen an.

Im Umfeld von Walter Breuksch fanden sich mit Reinhold Will, Alfred und Grete Wirth sowie Heinz Pätzold kurz danach Gleichgesinnte, die, wie er selbst, das Turnen in Obersdorf etablieren wollten. 1967 wurde dann aus versicherungsrechtlichen Gründen eine Abteilung „Turnen“ beim bereits existierenden Fußballverein „Sportfreunde von 1928 e.V.“ ins Leben gerufen. Schon bald konnte diese Abteilung 200 Mitglieder zählen, die sich auf mehrere Kindergruppen, Frauen- und Männerriegen, eine Leistungsgruppe und eine Volleyballgruppe verteilten.

Am 17.3.76 erfolgte eine Trennung der beiden Abteilungen in zwei eigenständige Vereine, so dass man nun als Mitglied des „Turnvereins Wilnsdorf-Obersdorf-Rödgen“ dem Turnen frönte. Zu den Gründungsmitgliedern des neuen Vereins, die überwiegend auch den ersten Vorstand bildeten, gehörten Alfred und Grete Wirth, Heinz Pätzold, Hilla und Werner Eisel, Egon und Beatrix Dreisbach, Gudrun Eckhardt, Erika Bahr, Walter Breuksch, Hildegard Winchenbach, Brunhilde Siebel und Helmut Jarosch. Hilla, die erste Oberturnwartin des Siegerlands, rekrutierte in den folgenden Jahren immer wieder Übungsleiterinnen aus ihren Frauengruppen, um den Turnbetrieb aufrecht zu erhalten, und wurde für ihre Verdienste bereits 1992 zur Ehrenoberturnwartin ernannt.

Am Ende des Jahres 1979 verzeichnete der Turnverein zwölf Gruppen mit durchschnittlich 24 Teilnehmern, für die die Turnhalle langsam zu klein war. Folgerichtig trat Heinz Pätzold als Vorsitzender im Januar 1980 an die Gemeinde Wilnsdorf mit der Bitte heran, die Turnhalle um ein Drittel ihrer bisherigen Größe zu erweitern, was jedoch erst 1994/95 Realität wurde.

Unter der Ägide von Helmut Jarosch als erstem Vorsitzenden entwickelte sich der Verein ständig weiter, eröffnete neue Gruppen, musste andere mangels Übungsleiter oder Interesse wieder schließen. Außerdem erfuhr er eine Umbenennung in „Turnverein Obersdorf-Rödgen“, was längst der gängigen Praxis entsprach. Ab 1993 baute Hermann Krämer zusammen mit Wolfgang Hammer eine Tischtennis-Abteilung auf, die bis auf den heutigen Tag erfreuliche Erfolge aufweisen kann. Darüber hinaus bemühte sich der Vorstand nachhaltig um einen Raum für seine administrative Vereins- und Vorstandsarbeit. Doch erst 2005 konnte der Turnverein nach anhaltenden Gesprächen und Verhandlungen mit Vertretern von Gemeinde, Kindergarten und Grundschule unterhalb der vom Kindergarten genutzten Bereiche endlich einen sogar mit Toilette ausgestatteten Raum für Versammlungen jeglicher Art beziehen, der heute allgemein als „Turnerstübchen“ bekannt ist. Nach wie vor dient er für Vorstands- und Übungsleitersitzungen.

Im neuen Jahrtausend erlebte dann unter Birgit Grisse, der Nachfolgerin von Helmut Jarosch, zunächst die schon in den achtziger Jahren existierende Volleyballabteilung eine Wiederbelebung. Ab 2008 stand ein neues großes Projekt im Mittelpunkt des Interesses: Obersdorf sollte einen neuen Sportplatz mit Kunstrasen, 100m-Laufbahn, Kugelstoßanlage, einer auch als Beachvolleyballfeld zu nutzenden Weitsprunggrube und einem Kleinfeld erhalten. Als finanzielle Eigenleistung musste der Ort 100.000 Euro aufbringen. Sowohl die „Sportfreunde Obersdorf 1928 e.V.“ als auch der „Turnverein Obersdorf-Rödgen“ trugen mit Spendensammlungen, Sponsorensuche und Veranstaltungen zum Erreichen dieses Ziels bei.

2015/16 brachten die Angebote „Zumba“, „Zumba-Kids“ und „Body-Fit“ frischen Wind und auch weitere Mitglieder in den Verein.

Der Turnverein Obersdorf-Rödgen blickt mit Stolz auf die Jahre seines Bestehens zurück, freut sich über die erreichte Zahl von 451 Mitgliedern, ringt ständig um das Bleiben bzw. Werben von Übungsleitern und damit den Erhalt der angebotenen Gruppen für Kinder und Erwachsene und bemüht sich, aus dem Schatten von Turnvater Jahn in die moderne Welt von Sport und Spiel zu treten.